• Janine

REVIEW: Memoarrr!


Ein Memory inspiriertes Spiel mit piratischem Flair und neuem Mechanismus, bei dem nicht nur das eigene Gedächtnis zum Sieg führt. Vielleicht sogar ein Kandidat für eine Nominierung für das Spiel des Jahres 2018.


Stellt euch vor...

... ihr seid Pirat und habt gerade einen Schatz aus Rubinen gefunden, doch plötzlich bebt die Insel und der große Vulkan bricht aus! Findet ihr rechtzeitig zu eurem Schiff zurück?

INHALT & SPIELABLAUF

Memoarrr! kommt mit:



Die einzelnen Komponenten sind qualitativ gut und haben ein einheitlich ansprechendes Spieldesign.

Leider ist das Thema Piraten uns etwas zu kurz geraten, denn bis auf die Schätze und ein paar wirklich minimale Details an den Tieren, sieht man davon leider wenig.

Die Anleitungen umfassen vier Seiten und sind verständlich geschrieben, eine ist in englischer Sprache und eine in deutsch.

Falls ihr euch lieber mal zurücklehnen und euch die Regeln erklären lassen wollt, dann schaut euch das wirklich toll animierte Regelvideo von www.edition-spielwiese.an: (Den Link findet ihr auch im Regelhelft)

WIE WIRD'S GESPIELT?

Wer das Spiel bereits kennt oder gerade nichts über die Regeln lesen möchte, kann diesen Part einfach skippen!

Memoarrr! ist ein wenig wie Memory und Ich-packe-meinen-Koffer. Denn der Spieler deckt nur eine Karte auf, die zu der Karte passen muss, die der vorherige Spieler aufgedeckt hat, anstatt der 2 Karten beim klassischen Memory.

Doch bevor das Spiel beginnen kann, legt man die Karten zuerst in ein 5x5 Raster verdeckt auf den Tisch. Die Karte in der Mitte wird entfernt, die Schätze werden gemischt und auf die leere Stelle gelegt. Danach legt man die Vulkane auf die Schätze, aber immer einen weniger als Spieler mitspielen. Zum Beispiel: Bei 3 Spielern werden 2 Vulkane auf den Stapel mit den Schätzen gelegt.

Jeder Spieler darf nun die 3 mittig, vor sich liegenden Karten anschauen und muss sich diese behalten, als kleinen "Heimvorteil".

Und schon kann das Spiel beginnen. Der Spieler der zuletzt einen Vulkan oder einen Gefühlsausbruch miterlebt hat, beginnt und deckt die erste Karte auf. Nun deckt der nächste Spieler im Uhrzeigersinn eine Karte auf, die zu der davor aufgedeckten Karte passen muss. Dabei muss entweder der gleiche Hintergrund oder das gleiche Tier auf der Karte abgebildet sein. Die Karten, die man bereits anschauen durfte, können dabei helfen, doch hat man eine Karte aufgedeckt, bei der weder Hintergrund noch Tier passt, muss der Spieler einen Vulkan ziehen und setzt diese Runde aus.

Es werden weiter Karten aufgedeckt, bis alle Vulkane gezogen wurden. Der letzte Spieler ohne Vulkan darf einen Schatz nehmen und legt diesen verdeckt vor sich. Die nächste Runde beginnt, indem man einfach alle Karten wieder umdreht und die Vulkane zurück auf die Schätze legt.

Das Spiel endet, wenn die Schätze leer sind. Nun decken alle Spieler ihre Schätze auf und zählen die Rubine darauf. Der Spieler mit den meisten Rubinen gewinnt!

ARRR!

Auch Memoarrr! habe ich als leichte Kost für meine Familie ausgesucht und Bingo! Während meine Nichte nach einer Partie meistens "nochmal" ruft, fällt es meinem Großvater doch manchmal schwer, sich alles zu merken und schlägt nach 1-2 Spielrunden meist etwas anderes vor. Dennoch macht es während dem Spielen allen Beteiligten Spaß.


Es ist leicht gelernt und schnell gespielt. Gerade der Twist, dass man abhängig ist, was sich die Mitspieler merken konnten, gefällt uns sehr!

Dazu kommt, wenn man sich mit den normalen Regeln vertraut genug fühlt, dass man auch mit der Expertenregel spielen kann. Bei dieser bekommt nämlich jedes Tier auch noch eine Spezialfähigkeit. Somit kann man nun wenn man z.B. einen Pinguin aufdeckt, unter eine beliebige Karte gucken oder wenn die Krabbe aufgedeckt wird, noch eine weitere Karte aufdecken. Das macht das Spiel noch abwechslungsreicher. Falls man sich auch nicht alle Fähigkeiten der Tiere merken kann, da man sich ja doch lieber die Karten im Spiel behalten möchte, so kann man auch immer auf die Übersichtskarte schauen, die jeder am Anfang erhält. Dort findet man neben dem Spielablauf, auch alle Fähigkeiten der Tiere.

Was wir auch super finden ist, dass es auch nicht einfach sofort vorbei ist, wenn einer sich alles gut merken konnte und der Gewinner ist auch nicht immer der, mit den meisten geplünderten Schätzen. Somit hat man trotzdem die Chance noch zu gewinnen, auch wenn man bereits einmal einen Vulkan gesammelt hat.

Zudem ist es auch immer sehr unterhaltsam den Startspieler zu finden. Denn jedes mal, wenn wir in die Runde fragten, wer als letztes einen Vulkan oder Gefühlsausbruch erlebt haben, gabs meistens eine amüsante Geschichte zu hören!

FAZIT

Wer Memory schon mochte, wird Memoarrr! lieben. Leicht zu lernen, für Groß und Klein. Ein wirklich gelungenes, kurzweiliges Familienspiel! Gerade, dass es kein klassisches Memory ist und man auch für den eigenen Zug abhängig davon ist, was sich andere Spieler merken konnten und vorher aufgedeckt wurde, macht das Spiel unterhaltend!

Leider kommt das Piratenthema nicht so ganz durch beim Spielen, die Merkmale, dass es sich hier um Piraten handelt, sind für unseren Geschmack zu wenig bzw. zu unscheinbar gehalten. Aber dem Spielspaß schadet es bei Memoarrr! dadurch nicht.

Unsere Empfehlung: Sobald ihr die normalen Regeln beherrscht, spielt mit der Expertenregel, denn diese macht das Spiel nochmal abwechslungsreicher und spaßiger!

2 SPIELER SPIELSPASS CHECK

Zu zweit ist Memoarrr! leider nicht ganz so unterhaltsam. Wenn man mal Pech hat, kassiert immer ein Spieler alle Vulkane und die Reihenfolge, wie die Karten aufgedeckt werden ist in jeder Runde sehr sehr ähnlich. Dadurch ist es zu zweit nicht sehr abwechslungsreich. Durch die Expertenregel kann es auch lustige Runden zu zweit geben, aber für uns ist Memoarrr! definitiv ein Spiel, welches wir ab 3 Spielern empfehlen würden.


Kurzfassung:

+ leichtes Regelwerk - nichts für den ganzen Abend

+ lustige Expertenregel - zu zweit weniger abwechslungsreich

+ kurzer Spielspaß

GESAMT: