• Janine

Pegasus Spiele: Pressetag


Am 11.10.19 veranstaltete Pegasus Spiele ihren Pressetag. Dort wurden uns die Neuheiten des Verlages im Stil eines "drei Gänge Menüs", passend zum Theme der Neuheit "Kitchen Rush", vorgestellt. In den ersten beiden Gängen wurden die Spiele Kitchen Rush und Era vorgestellt und gespielt. Auf diese werden wir hier nun nicht weiter eingehen, da wir sie bereits in unserem Pegasus Sneak Peek Night - Beitrag vorgestellt hatten. Beide Spiele haben wir am Pressetag zu dritt (Grüße an Mathias vom Cliquenabend) gespielt, unsere Eindrücke über die Spiele haben sich allerdings nicht geändert. Wir können auch bereits verraten, dass wir zu Kitchen Rush demnächst ein Review schreiben werden, bei dem wir auch den Zweispieler-Spaß unter die Lupe nehmen wollen.

Als "Nachtisch" wurde uns dann Empires of the North serviert. Wie unsere ersten Eindrücke zu diesem Spiel sind, könnt ihr unten lesen.

Nachdem wir die drei vorgestellten Spiele gespielt haben, präsentierte der Verlag zusammen mit den verschiedenen Verlagspartnern Frosted Games, Edition Spielwiese, Plan B und Portal Games, alle diesjährigen Neuheiten. Der Tag endete in einen offenen Spielabend, an dem wir uns an allen Neuheiten zum Spielen Vorort bedienen konnten.


Bei den folgenden vorgestellten Spielen handelt es sich bisher um einen Ersteindruck!


IMPERIAL SETTLERS - Empires of the North

Im erwähnten dritten Gang, schlüpften wir mit Imperial Settlers - Empires of the North in das wohl bekannte und schön illustrierte Universum von Imperial Settlers. Wie bereits in unserem ersten Spiel 19 Neuheiten Beitrag beschrieben, handelt es sich dabei um ein komplett eigenständiges Spiel.


Die Grundmechaniken sind ähnlich wie bei Imperial Settlers. Man spielt Gebäudekarten aus, indem man die Baukosten mit Ressourcen bezahlt und erhält nach und nach mehrere Fähigkeiten, Aktionen und weitere Ressourcen. Neu ist allerdings dabei, dass es gibt keine Einkommensphase mehr gibt. Unsere benötigten Materialien bekommen wir nun unter anderem durch die Aktionen am neuen Aktionsrad. Möchten wir z.B. eine bestimmte Handkartenart bei uns auslegen, die uns mit neuen Rohstoffen beliefern, müssen wir mit unseren limitierten Rundenaktionen die entsprechende Aktion am Aktionsrad auswählen. Stimmig dazu gibt es nun die Möglichkeit mit unseren Clan ferne und nahe Inseln zu plündern oder zu erobern, um Ressourcen, weitere Fähigkeiten oder Siegpunkte zu sammeln.


Uns hat Empires of the North auf jeden Fall Spaß gemacht, die neuen Mechaniken fühlen sich generell frisch und intuitiv an. In unserem ersten Eindruck, hatten wir allerdings das Gefühl, dass man durch die fixen Decks etwas beschränkt ist, vor allem wenn man da an Imperial Settlers denkt. Jeder Spieler hat hier nur sein Deck mit überschaubaren Aktionen zur Verfügung. Man bräuchte definitiv noch ein paar Spielrunden, bis sich sagen lassen kann, ob Empires of the North das ältere Imperial Settlers ablöst. Aber vielleicht muss es das auch gar nicht.


EVIDENCE

Im offenen Spieleabend haben wir uns mit Sonja und Michael von Brettspielpoesie zusammen gesetzt und ein paar der Neuheiten gespielt. Angefangen haben wir mit Evidence, ein Spiel bei dem wir als Journalisten auf der Jagd nach Beweisen für die Mythen der Welt sind.


Losgelöst von der Story basiert die Spielidee auf verschiedene Kartendecks, deren Karten auf die Spieler aufgeteilt werden. Mit einer Prise "Social Deduction", bei der man auch manchmal ein wenig flunkern und tricksen muss und klassischem Hand-Management, versuchen wir die verdeckte Karte eines jeden Stapels zu erraten. Das Spiel zielt darauf ab, nach und nach Informationen über die Zielkarte durch die Abgabe unseren Handkarten preis zugeben, mit Glück andere Mitspieler in die Irre zu führen und durch eine Kombination aus verschiedenen gesammelten Hinweiskarten und hohen Zahlenwerte der verdeckten Karte viele Siegpunkte zu generieren.


Dabei muss man wirklich sagen, dass die Grafiken charmant und witzig illustriert sind und nachvollziehbar darstellen, wie es zu den verschiedenen Mythen gekommen sein könnte. Das Spiel könnte durchaus, in Familienrunden lustig sein, wir finden allerdings, dass relativ schnell klar wird, welche Karte sich unter dem Stapel befindet, da man immer gezwungen ist eine Karte abzugeben. Sollte das Spiel in der Familienrunde auf den Tisch kommen würden wir dazu nicht nein sagen, allerdings ist uns dieses Spiel ein bisschen zu "wenig".


NOVA LUNA

Im neuen Uwe Rosenberg Spiel Nova Luna puzzeln wir wieder. Aber nein, dieses Mal nicht ala Tetris, sondern ähnlich wie in Habitats. Dabei wählen wir Plättchen ganz in der Patchwork Manier aus und platzieren sie vor uns. Jedes Plättchen hat kleine bunte Punktgruppierungen, die uns anzeigen, wie viele Plättchen wir nun in der Farbe des Punktes an das Plättchen legen müssen, um diese Aufgabe zu erfüllen. Dabei ist es egal, ob sie in einer Reihe angrenzen oder ums Eck, die Hauptsache ist, dass sie eine Verbindung zum Plättchen mit der Aufgabe haben. Haben wir eine Aufgabe erfüllt, so legen wir einen unserer runden Holzplättchen auf die entsprechende Aufgabe. Schaffen wir es, all unsere Holzmarker auf die erfüllten Aufgaben zu legen, haben wir das Spiel gewonnen.

Uns hat das Spiel erstaunlich viel Spaß bereitet. Es bringt eine komplett neue Art des Knobelns mit sich und spielt sich bestimmt auch zu zweit gut. Aber das wird natürlich noch getestest, da es mittlerweile auf unserer "Must have" Liste steht. Die thematische Einbindung ist das einzige Manko, aber das stört den Spielspaß hier tatsächlich gar nicht.





BUMUNTU

Bumuntu ist ein buntes Spiel, bei dem wir von Tier zu Tier hüpfen, um Steine zu sammeln, die wir bis zur Endwertung hinter unserem Sichtschirm horten.

Das Interessante hierbei ist, dass je nachdem welches Tier wir gerade einsammeln möchten, andere Bewegungen mit unserem Meeple ausführen müssen und manchmal dadurch andere Mitspieler von ihren Steinen schubsen oder an ihrer Strategie hindern. Witziges Feature ist hierbei, dass sich die Wertung für die gesammelten Tiere mit dem Spiel ändert, da man teilweise Tiere in der Punktrangfolge tauschen kann. Somit ist vorausplanen meist hinfällig, außer es gelingt dir, gegen Ende die Rangfolge zu deinen Gunsten zu ändern.


Die Optik des Spiels machte uns sehr neugierig, wir müssen allerdings sagen, dass wir uns dieses Spiel vermutlich nicht kaufen werden. Schlägt es jemand anderes beim Spieleabend vor, würde wir es allerdings auch nicht ablehnen.


FOG OF LOVE

In Fog of Love spielen wir eine fiktives Pärchen mit allen Höhen und Tiefen die dazu gehören.

Jeder Spieler erhält zu Beginn drei Wesenzüge, die den Character der jeweiligen fiktiven Person ausmachen, sowie einen Beruf und verschiedene Aussehensmerkmale.

Nachdem der Charakter sozusagen erstellt ist, wird ein Szenario gewählt und durchgespielt, in dem man mehrere Szenenkarten spielt. Die Szenenkarten schildern häufig Situationen, in der wir als Pärchen stecken. Diese fordern uns meist Entscheidungen zu treffen, die unserer Charakter treffen würde damit er seine persönlichen und/oder gemeinsamen Ziele erfüllen kann. Die Situationen sind manchmal witzig, manchmal ernst und haben uns das ein oder andere mal in eine verklemmte (aber nicht bedrückende) Situation gebracht, die schon unterhaltsam sind.


Wir haben bei dem Spiel (als Pärchen) ein fiktives Pärchen gespielt (Anna und Julian), aber es war gar nicht so leicht, immer in seiner Rolle zu bleiben. Zu mindestens zu Beginn nicht.

Das tolle an dem Spiel ist auch, dass man zu Beginn ein Tutorial durchspielt und absolut keine Regel lesen muss. Klar steht auf den Tutorialkarten auch Text, aber der kommt einfach nach und nach beim Spielen. Sobald wir dann auch mehr darüber erfahren haben, wie wir unsere Bestimmungen erfüllen, spielten wir unsere Charaktere auch wirklich viel Rollengerechter und zielgerichteter.

Ich kann mir gut vorstellen, dass wir das Spiel öfter spielen werden, da wir doch oft auch bei kritischen Situationen lachen mussten und wir die Szenarios sowie die Spielmechanik als sehr interessant empfanden. Erstaunlich ist es allemal, dass man eine Beziehungssimulation doch so gut im Spiel einbetten kann, denn als Paar muss man Kompromisse zwischen persönlicher und partnerschaftlicher Entwicklung treffen, sodass im Endeffekt jeder Part glücklich ist. Natürlich kann es jedoch auch vorkommen, dass man sich sogar trennt. Für uns ist vollkommen verständlich, wenn das Spiel nicht jeden interessiert, was auch ok ist. Aber für alle, die dem Rollenspiel nicht abgeneigt sind, können wir nur empfehlen, es einmal auszuprobieren.



COOPER ISLAND

In Cooper Island (nicht Copper [Kupfer]) besiedeln wir eine unbekannte Insel. Für die Besiedlung müssen wir natürlich genügend Ressourcen sammeln, Gebäude bauen, Aufträge erfüllen etc.


Besonders hervorzuheben ist bei Cooper Island der 3D Plättchenlege-Mechanismus. Dieser erlaubt uns mehr Ressourcen (teilweise andere) an einem Platz herzustellen. Trickreich ist dabei die "Ernte" bzw. die Nachfüllung der Ressourcen. Dies kann nur geschehen, wenn man mit einem passenden Plättchen eine Ebene höher baut.

Unserem ersten Eindruck zu folgen bietet Cooper Island eine Vielzahl an strategischen Möglichkeiten für Experten. Runde für Runde haben wir neue Aktionen entdeckt, die wir noch nicht durchgeführt haben. Alles im Allem finden wir, dass uns das Spiel viel Spaß bereitet hat. Nennenswert ist zudem auch die thematisch eingebettete Siegpunktleiste um die Insel , die wir im Laufe des Spiels mit unseren kleinen Schiffchen umfahren. Auch dort haben wir die Wahl, welches der beiden Schiffe wir bewegen, denn durch bestimmte Plättchen ist es dabei auch möglich bei unserem Inselabschnitt und später auch bei dem Abschnitt der Mitspieler Ressourcen oder Münzen beim Vorbeisegeln einzusammeln.


TRICKY DRUIDS

In Tricky Druids brauen wir gegeneinander Tränke, denn derjenige, der zuerst die Vorgabe an gebrauten Tränken erfüllt hat, gewinnt das Spiel. Um die Tränke zu brauen, brauchen wir natürlich die richtigen Ressourcen, die auf unseren Tränkekarten abgebildet sind. Von jeder abgebildeten Ressource muss mindestens eine im Trank sein, den Rest können wir mit den vorgegebenen Ressourcen beliebig auffüllen. Um an die Ressourcen zu kommen, wird gewürfelt. Doch man spielt eigentlich erstmal gar nicht für sich, sondern muss das, was man erwürfelt hat beliebig einem Mitspieler als Geschenk anbieten. Dieser darf die Ressourcen nun annehmen und selbst platzieren oder ablehnen. Lehnt er die Ressourcen ab, wandern sie in den eigenen Trank, oder auch zum Müll, der natürlich bei falschen Ressourcen immer voller wird. Bis er letztendlich überquillt und den eigenen Trank verschmutzt. Ist das passiert, muss man einen komplett neuen Trank brauen.


Der Mechanismus des Schenkens ist schon sehr listreich und hat stellenweise auch Spaß gemacht. Jedoch zündete das Spiel zu zweit bei uns nicht so richtig, weshalb wir es nicht kaufen werden. In Runden mit mehreren Spielern jedoch, ist das Spiel bestimmt interessanter.


AZUL - Sommer Pavillon

Im neuen Azul bauen wir dieses Mal den Boden eines Sommer Pavillon.

Ganz gewohnt, wie auch in den anderen beiden Teilen, wählen wir nach und nach Steinchen aus der Mitte aus. Doch die platzieren wir nicht sofort, sondern legen sie erstmal neben unserem Spielplan, bis alle Steine erwählt wurden. Dann fangen wir mit dem Platzieren an. Auf den einzelnen Feldern sind zahlen zu sehen. Felder mit der Zahl 1, benötigen nur einen Stein, um das Feld zu bebauen, Felder mit der Zahl 2 benötigen schon 2 Steine, um das Feld mit einem Stein zu bebauen. Der überschüssige Stein wird anschließend in den Kirchturm geschmissen. Gewertet wird nun so, das ein einzelner Stein nur einen Punkt gibt, zwei angrenzende Steine 2 Punkte usw.

Was zudem auch noch neu hinzu kommt ist, dass es jede Runde eine wechselnde Jokerfarbe gibt, die wir benutzen können, um Felder einer beliebigen Farbe zu bauen, bei denen uns noch Steine der entsprechenden Farbe fehlen. Haben wir Steine über, können wir bis zu vier davon für nächste Runde in den Ecken des eigenen Spielertableaus speichern. Minuspunkte erhalten wir tatsächlich nur durch den Erster Spieler Stein, oder wenn man mehr Steine übrig behält, als man Ecken besitzt.


Uns hat das dritte Azul wieder richtig gut gefallen. Es bringt ein paar neue Kniffe, aber behält dabei die gewohnten Mechanismen, die Azul zu dem machen, was es ist. Wir werden es uns auf jeden Fall irgendwann anschaffen.


Das waren alle Spiele, die wir in den zwei Tagen spielen konnten. Wir hätten uns noch wirklich gerne Cartographer und Prêt-à-Porter angeschaut, doch sie waren immer vergriffen.

Bei dem Kickstarter Prototypen von Tainted Grail waren wir völlig aus dem Häuschen. Wir freuen uns schon riesig auf das Spiel, da wir es bereits auf deutsch bei Kickstarter unterstützt haben und können kaum erwarten, dass unsere deutsche Version 2020 von Pegasus lokalisiert wird.


Ansonsten haben wir uns noch ganz fix den Inhalt von Roll Player - Minions and Monsters angeschaut. Das wird eines unserer neuen "Must haves", alleine die neuen Charaktere sprechen uns total an.

Wir hoffen, ihr konntet durch unsere Zusammenfassung einen kleinen Überblick über die Neuheiten von Pegasus Spiele und den Verlagspartnern Frosted Games, Edition Spielwiese, Plan B und Portal Games erhalten.