• Janine

REVIEW: Hadara



Hadara ist ein Zivilisationsspiel mit durchdachten Mechanismen. Doch gibt es davon nicht schon genug? Braucht es ein weiteres Spiel in diese Richtung, oder kann man auch einfach darauf verzichten und auf die Altbekannten zurückgreifen?


Stellt euch vor...

... ihr erschafft eine Zivilisation. Doch möchtet ihr die Personen verschiedenster Kreise und Zeitalter zusammenbringen und somit zu einer bunt gemischten Hochkultur aufsteigen. Um gegen die Anderen zu bestehen, schöpft ihr aus den Stärken jedes einzelnen Volkes und wachst zu der größten und erfolgreichsten Zivilisation heran.


KURZ ZUM SPIELABLAUF

Hadara geht über drei Epochen. Jede Epoche hat 2 Phasen in denen ihr versucht an die besten Karten zu gelangen, um eure vier Leisten (Einkommen, Militär, Kultur und Nahrung) zu steigern. Durch das Steigern der Leisten schaltet ihr euch verschiedene Boni frei, die ihr jeweils am Ende der Phase ergattern könnt.



So wird hier gedrafted:

Bei Hadara funktioniert das Auswählen der Karten anders, als wir es von anderen Spielen gewohnt sind.

Anstatt das Diese herumgereicht werden und sich jeder jeweils eine Karte nimmt, liegen in Hadara Kartenstapel aus, von denen nicht ganz frei gezogen werden darf. Denn der Startspieler sucht sich in Phase 1 einen Stapel aus und zieht zwei Karten. Durch die Rotationsscheibe in der Mitte, wurde nun jedem einen Stapel zugewiesen. Man kann nun eine Karte kaufen und vor sich ablegen oder komplett abwerfen, um Münzen zu erhalten. Die andere Karte wird offen auf den jeweiligen Ablagestapel gelegt.

Die abgeworfenen Karten sind nicht aus dem Spiel, denn sie werden in Phase 2 wieder neu ausgewählt oder komplett verworfen.



KOLONIE ODER BÜSTE?

...ACH MIST, ICH BRAUCHE NOCH NAHRUNG...

In jeder Runde kann man sich für eine Strategie entscheiden: Sammeln wir Militärpunkte, um die nächste Kolonie zu erobern, bauen wir die Kultur auf und erhalten dadurch die Boni der Büste oder maximieren wir das eigene Einkommen?

Doch dabei darf man nie die Nahrung vernachlässigen, denn hat man weniger Nahrung als ausliegende Karten, muss man Karten entsprechend der fehlenden Nahrung abwerfen und dadurch auch die Boni, die die Karte einbracht hätten rückgängig machen.

Diese Balance zu halten ist nicht immer ganz einfach und mit den selbst gesteckten Rundenzielen zu vereinbaren. Genau das hat uns des öfteren auch schon dazu gebracht innerlich zu fluchen und noch einmal alles umzuschmeißen. Aber genau das, macht uns auch richtig Spaß, da es nie langweilig wird und es selten vorhersehbar ist, wie ein Spiel tatsächlich ablaufen wird.


DAS IST DOCH WIE 7 WONDERS...

Diesen Vergleich haben wir sehr oft gelesen und gehört. Aber ich muss sagen, dass sich die

beiden Spiele nur leicht ähnlich sind. In beiden Spielen erbaut ihr eine Zivilisation und in Beiden wird gedraftet. Aber selbst das Drafting ist bei Hadara anders, irgendwie frischer, vielleicht sogar zeitgemäßer. In unserer Spielgruppe haben wir Hadara und 7 Wonders direkt hintereinander gespielt und empfanden das Spielgefühl bei den Spielen jeweils völlig anders. Während man bei 7 Wonders gefühlt ständig auf das Militär aufpassen muss, um keine Minuspunkte zu erhalten, hat man in Hadara mehr Freiheiten, in der einen Runde einen Bereich auch mal zu vernachlässigen ohne direkte Nachteile zu erhalten. Damit möchte ich keineswegs sagen, dass 7 Wonders kein gutes Spiel ist, denn wir spielen es wirklich gerne. Ich möchte lediglich sagen, dass Hadara sich nicht alles "abgeschaut" hat und damit zu vernachlässigen wäre, wie es so manchmal behauptet wird.


FAZIT

Hadara hat uns mehrmals Spaß bereitet und es bringt zumindestens bei mir auch das "ich könnte es fast jeden Tag spielen"-Gefühl auf. Fast wie bei einem Ohrwurm, wenn man das Lied immer und immer wieder hören muss. Das schafft bei mir auch nicht jedes Spiel.

Den einzigen Punkt, den wir bemängeln würden, ist die kaum umgesetzte Thematik. Die Idee Personen unterschiedlicher Kulturen, Zeitalter und Regionen aus der Geschichte der Menschheit gleichzeitig zu vereinen, ist irgendwie etwas seltsam umgesetzt.

Aber den Spielspaß stört dieser Punkt wirklich sehr wenig. Für uns hat es definitiv seine "Darseinsberechtigung" und wird öfter auf den Tisch kommen.


2 SPIELER SPIELSPAß

Egal ob mit 2, 3 oder mehr, Hadara macht uns in jeder Form Spaß.


Kurzfassung:

+ schnell verstanden & gespielt - keine richtige Thematik

+ Artwork - kaum Interaktion

+ Wiederspielbarkeit ist gegeben

+ schöner Drafting-Mechanismus


GESAMT: